So, es tut mir schrecklich leid, dass ich im Moment hier einfach kaum "an Bord" bin, der Blog auch hängt, aber deshalb habe ich mir jetzt eben überlegt, mal ein kurzes Update nur für das Forum zu geben:
Aktuell sind 21 Hörnchen hier (insgesamt sind wir jetzt bei 80 Tieren/2025, so viel wie noch nie). Wir hatten zwischenzeitlich 34, das war nicht zu stemmen, aber während der NRW-Schulferien sind viele Pflegestellen geschlossen, die uns aber versichert haben, dass sie nach dem Urlaub uns Hörnchen abnehmen, dann wurschtelt man sich so durch, Privates gibt es gar nicht mehr, Schlaf nie mehr als 3 Stunden. Die Übernahmeangebote waren leider ein Rohrkrepierer, so dass wir auf unseren Hörnchen "sitzen" geblieben sind. Nicht schön, denn eigentlich wollen wir Qualität vor Quantität.
Der Supergau kam dann letzte Nacht: letzte Fütterung 23 Uhr, nächste Fütterung 2 Uhr. Um 23 Uhr war noch alles ok. Ich schlafe ja schon wechselweise im Wohnzimmer, teilweise im Badezimmer (Quarantänestation), Homeoffice (da stehen die 4 Ls), im Zelt auf dem Balkon, wenn nichts zu erwarten ist, um mitzubekommen, was bei den Eichies los ist. Sind sie unruhig, hustet jemand, gibt es Streitereien um Schlafplätze (und es sind mehr als genug vorhanden) usw, usw. quasi am "Ohr" der Hörnchen. Alles ruhig, keine besonderen Vorkommnisse. Also in der Reihenfolge Milch warm gemacht.
Die beiden im Inkubator haben Giardien und damit Durchfall, das wussten wir, aber sie sind ja, bis auf die Fütterungen, hermetisch abgeschlossen. Ich gehe mal davon aus, dass wir sie nicht durchbringen (30 und 52g), sie trinken und kämpfen, aber so kleine Körper, gegen so eine Übermacht an Endoparasiten, da brauchen sie schon ganz viel Glück. Häufig helfen unsere Antibiotika schon gar nicht mehr, das scheint bei den Beiden der Fall zu sein. Als THP sind auch alle möglichen homöopathischen Mittelchen am Start, aber auch die wollen nicht anschlagen. Aber, wir geben sie nicht auf, wir kämpfen bis zum letzten Atemzug.
Völlig entsetzt waren wir um 2 Uhr über unsere so kuschelige Mädels-WG, ohne Vorkommnisse, alles ok und plötzlich haben 2 davon "stinkenden" Durchfall, da braucht man eine Wäscheklammer auf der Nase. Schon am Vortag haben wir gemerkt, dass sich die Hinterlassenschaften verändert haben und haben das Ganze unter das Mikroskop gelegt, eindeutig Kokzidien (eine Kotprobe bei einer TAPraxis hat ergeben, dass alles in Ordnung sei!), also sofort mit der Behandlung angefangen. Krypthosporidientest hinterhergeschoben, der war negativ. Das alles morgens um 2 Uhr ... vielmehr da war es schon 3 Uhr ... bis so eine Antibiose anschlägt dauert. Irgendwas hat mich dann aber heute morgen um 6 Uhr dazu veranlasst noch mal ein Kryptosporidientest zu machen und siehe da, mit der Lupe konnte man den 2 roten, unteren Teststreifen erkennen. Das ist die Krux mit den Schnelltests, sie reagieren, ähnlich wie unsere Coronatests, erst bei einer gewissen "Virenlast", klar, geht ja auch nicht anders. Also unsere kuscheligen Mädels haben nicht nur Kokzidien, sondern auch Kryptos. Ist aber eigentlich nicht ungewöhnlich, denn die Kokzidien sind echte Stresserreger und wenn das Hörnchen durch Kryptos gestresst ist, dann setzen die sich drauf, man nennt das Sekundärinfektion. Was bekämpft man jetzt als Erstes? Und, das muss man ja auch bedenken, die Hörnchen "kacken" sich nun mal ein und das bleibt alles schön im Fell hängen. Mit jedem Hörnchen ein Sitzbad, (finden die total k...), und anschließender Trocknung (finden sie auch doof). Sie sollen sich aber ja so wenig wie möglich "trockenschlecken", dann nehmen sie die Erreger wieder auf (man bekommt die Kacke nun mal nicht zu 100% aus dem Fell), dann haben wir einen Kreislauf.
Und während wir, oder vielmehr ich, mit den Mädels noch zugange war hörte ich ein Geräusch, dass ich gar nicht hören mag: ein kotzendes Eichhörnchen. Ich musste erst mal lokalisieren, ob es aus dem Laufstall oder dem Wohnzimmer kam. Es kam aus dem Laufstall. Also die nächste Baustelle. Die erste Baustelle erledigt, mir den kleinen Peanut geschnappt, angeschaut, untersucht und er "kotzte" mir direkt auf den Pulli, super. Sofort auch mit Antibiose gestartet. Wenn er das hat, kann ich die anderen 2, die dabei "wohnen", auch gleich behandeln. Super!
So wie ich damit beschäftigt war, hörte ich schleppende Atemgeräusche aus dem Wohnzimmer ... und dann sah ich gewissermaßen "rot" oder "schwarz" ==> Adenovirus. Es gibt 2 verschiedene Symptome, entweder Durchfall oder Atemnot. Alles extrem "aus heiterem Himmel" ... Adenovirus sind die Überlebenschancen sehr gering, die Aussicht auf 21 Hörnchen zu verlieren, nicht gut.
Wir werden definitiv welche verlieren, auf jeden Fall "Marie", die müssen wir euthanasieren, sie ist nicht wildbahnfähig, denn die oberen Schneidezähne wachsen nach hinten in den Gaumen. Mit unserer TA ist aber abgesprochen, dass sie, ähnlich wie Harry, so lange bleiben darf (und ich die Zähne kürze) bis die letzen Eichies aus dem Wohnzimmer ausziehen (sie hat so einen Spaß im Wohnzimmer, den soll sie so lange wie möglich auch behalten, sie tobt, springt und macht viel Unsinn, dann hatte sie wenigstens eine schöne Kindheit). Für unsere "Mauli" muss ich mir was überlegen, ich habe auch schon so eine Idee, sie ist - entgegen der Meinung unserer TA - definitiv auch nicht wildbahnfähig. Die Beiden im Inkubator sind ein Glücksspiel und der Rest, schauen wir mal, wer überlebt, die nächsten 48 Stunden werden entscheidend sein, der Adenovirus schlägt schnell zu.
Wir haben deshalb alle Laufställe und Transportboxen räumlich getrennt, Türen geschlossen, Fenster auf.
Und ja @Marc, die Hygienemaßnahmen sind noch mal "erhöht" (dazu haben wir ja auch ein Hygienekonzept, deshalb, keine Besuche mehr, auch unser Hund darf vorerst nicht mehr in die Wohnung, auch zum Eigenschutz). Wir haben unendlich viel Müll und unendlich viel Verbrauch an Einmalhandschuhen, Einmaldecken, Hand- und Flächendesinfektion .... aber, das sind nur "Sachmittel", alles bezahlbar, wir haben ja ein gut gefülltes Vereinskonto, ansonsten schießen wir auch privat dazu, kein Problem. Was man häufig nicht bedenkt ist die psychische Belastung: du stehst nach kurzem Schlaf auf und denkst: "wie viele Eichies leben noch, wen muss du begraben?" "Hast du dir - in der Hektik - immer wirklich die Hände ausreichend desinfiziert?", "Sind alle Transportboxen wirklich sauber ?"... das ist Kopfkino und das ist für mich das Schlimmste ...
Auch wenn man dazu "geschult" wird: "Nie in Panik verfallen, denn dann passieren die Fehler!" ist es schwierig, das "durchzuziehen" ...
@ardilla: ja Ergebnis ist da: keine Kryptos, keine Kokzidien, Giardien, Bordetella parapertussis, Salmonellen, Schimmelpilze, Hefen etc. dafür aber Enterococcus faecalis und Campylobacter jejuni in allen Organen, dh. in Leber, Dünn- und Dickdarm. Ich muss am Montag sowieso zu meiner TA, dann ist sie wieder aus dem Urlaub zurück, ich brauche Medies, Elektrolyte und sie "brennt" auch auf das Ergebnis. Kriegt sie morgen auch schon per Email ...
So, jetzt seid wenigestens ihr mal auf dem neuesten Stand ...
P.S. UV-Lampen sind wie auch Rotlichtlampen für Eichies absolutes Gift, da hast du absolut Recht, haben wir auch schon darüber nachgedacht ... aber wenn man das Angebot im Internet sieht, dann braucht man schon einen UV-Lampen-Führerschein um durch das Angebot sich das Richtige rauszusuchen ...
... ich gehe jetzt mal wieder füttern ... bitte habt Verständis für meine schleppende Teilnahme hier.
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
Also, ich meinte nicht, die Hörnchen mit UV zu bestrahlen! Nur, wenn ihr Adenoiviren im Haus habt, müßt ihr die Wohnung ja irgendwie wieder sauber kriegen, und dann in Abwesenheit der Insassen - inclusive der Menschen! ;) - über Nacht oder länger eine UV Deckenbirne anzulassen, ist eine bewährte, wird ja in Krankenhäusern, Laboren, öffentlichen Transportmitteln etc. auch gemacht. Würde nur die Rolläden runterlassen, damit die Nachbarschaft nicht lästig wird.
Ansonsten: Wasserstoffperoxid im Zerstäuber. Die Forschung kennt kein Pathogen, das den Kontakt mit H2O2 übersteht. Ist eine billige Lösung, um schnell Objekt und Fläche zu verarzten. Zur Not auch Haut und Fell. Medizinische Spezialinfektionsmittel sind ja manchmal sauteuer, da schadet es nicht, etwas sparsam sein zu können, weil man für den häufigen Masseneinsatz zwischendurch eine billigere Alternative hat. - Normalerweise reichen 3%-Lösungen, aber Adenoviren gelten wohl als recht widerstandsfähig, sagt das Internet, daher würde ich nach einer höheren Konzentration suchen und auch längere Einwirkzeiten als gewöhnlich in Betracht ziehen. Kleine Textilien, die viel gebraucht werden, können auch in eine Schale mit H2O2 eingetunkt und ausgewrungen werden. - Weil es da so viele Gruselstories gibt: Wasserstoffperoxid zumindest bei 3% Lösung schadet uns nicht, auch wenn es in den Augen zwickt und im Rachen zwackt. Unser Körper bildet es sogar selbst, z.B. im Lining des gesamten Atemtraktes von der Nase bis hinein in die Lungenbläschen (!), und wenn wir respiratorisch krank werden, fährt er die Konzentration hier sogar hoch, so schnell er eben kann. Die Schulmedizin dämoninisiert H2O2 gerne, um die Profitinteressen von Big Pharma zu schützen. Macht sie ja mit vielem: Vitamin D, Vitamin C, Omega 3 - "VORSICHT...!!!" - Hochwirksam, und daher geschäftsschädigend.
Bei UV Lampen zur Erregerbekämpfung sollte es UV-C sein mit einem Spektralbereich von 200-280 nanometern, wobei der Bereich um die 260-265 wohl als der effektivste gilt. Hier werden DNA und RNA am schnellsten zerstört. LEDs sind eher für kleine Raumvolumina geeignet, oder Bestrahlungsgeräte, in die das Objekt eingelegt wird. Vorsicht, da gibt es viele chinesische Fälschungen, die einfach nur violette LEDs verwenden und sich das teuer bezahl lassen. Ich denke, für eure Zwecke sind LEDs nicht geeignet. Besser Quecksilberhaltige UV-C-Birnen, die in die Lampenfassung eingeschraubt werden . Natürlich: die Augen nicht direkt exponieren, aber Hautexposition für wenige (!) Sekunden, um schnell an oder aus zu machen, also, da soll mir einer nachweisen, daß das gefährlich ist!
@Marc Vielen Dank für Deine Recherchen und Hilfestellungen! Und ja, wir wollen keine Eichies bestrahlen, das ist klar, es geht nur um die Erreger in Schach zu halten und vor allem die Boxen etc. wieder sauber zu bekommen. Und ja, wir kaufen z.B. fast nichts mehr bei Amazon, alles Chinaware, dann lieber beim deutschen Herstellen (wohl wissend, dass er auch aus China beziehen kann). Zum Teil werden wir die Transportboxen auch einfach wegwerfen, sicher ist sicher. Ich hatte gestern Nacht noch mit einer Kollegin telefoniert, die auch 8 Hörnchen verloren hat und sie schwört auf H2O2. Sie hat es, genauso wie ich, in 9% Lösung für's Haare färben. Das scheint wirklich die billigste Variante zu sein. Wir versuchen hier alles, aktuell leben noch alle, die beiden im Inkubator schwächeln und "Horst" kotzt seit gestern nacht ... ich hoffe morgen ist meine "Haupt-TA" wieder da, mir gehen die Medies aus. Heute heißt es wieder Kotproben für die TA sammeln und hoffen und bangen ...
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
mir fehlen die Worte, ich weiß wirklich nicht, was ich zu dieser fürchterlichen Katastrophe in Eurer Station sagen kann. So schrecklich, und die armen Kleinen, die so leiden müssen, mit schlimmem Durchfall, Erbrechen, Husten und Atemnot. Und wie Du das schaffst und Dich da durchkämpfst, ist mir auch schleierhaft. Niemand kann mit regelmäßig nur 3 Stunden Schlaf funktionieren. Kann Dir wenigstens Werner helfen, oder mußt Du ihn jetzt auch aussperren, da er ja nach Dickel sehen und ihn versorgen muß? Ich wünsche Dir ganz, ganz viel Kraft, daß Du so viele Hörnchen wie möglich durchbringen kannst.
Was mich sehr beunruhigt ist ein Kommentar von Marc, der im Beitrag #15 sagte, daß die Tiere, die mit dem Adenovirus erkrankt sind, nicht ausgewildert werden können, da sie das Virus, auch wenn sie wieder gesund werden, in sich tragen. Du hast bisher noch nichts dazu gesagt. Sehen Du und Deine Tierärztin das auch so?
Arme Marie, solche Zahnfehlstellungen sind immer ein großes Problem. Ich hoffe, sie kann noch möglichst lange bei Euch bleiben. Und Mauli, was ist ihr Problem? Vielleicht hast Du das schon einmal erwähnt, aber ich kann mich nicht erinnern.
Vielen Dank, daß Du uns hier im Forum mit Deinem längeren Beitrag so detailliert berichtet hast!
@Swiffy, es soll einen einfachen "Test" geben, mit dem man prüfen kann, ob eine UV-C Lampe tatsächlich UV-C abgibt. Viuelleicht ist es auch einfach nur eine Freizeitaktivität mit Informationscharakter. Eine frische Banane, noch gelb oder sogar leicht grün, an einer Stelle sichtdicht abkleben, dann bestrahlen. Wenn in der Folgezeit das umliegende unbedeckte Schalengewebe deutlich schneller verbräunt währned es unter dem - inzwioschen abgenommenen - Sichtschild frisch bleibt, ist das ein Hinweise darauf, daß die Lampe tatsächlich UV - und zwar hoffentlich C - abgibt.
Sagt das Internet. So ein Teil im Medizinbedarf zu kaufen oder es selber auszumessen, ist natürlich besser (und teurer). Ich weiß nur nicht, ob man sowas überhaupt als Laie kriegt im Medizinershop, in Deutschland ist ja immer alles wegen endloser Besorgniskrämerei verbotenverbotenverboten.
P.S. Informationen und Verlautbarungen von Bundesbehörden sind immer mit Vorsicht zu genießen, aber es muß nun auch nicht so sein, daß sie notwendigerweise immer falsch liegen. Ich warne nur davor, sie als alleinige Informationsquelle zu verwenden. Die Ernährungsratschläge der DGE oder die Informationspolitik diverser Regierungsinstitute zum Thema Corona sollten als warnendes Beispiel dienen. Eine gesunde Portion Skepsis ist immer angebracht. Nach dieser Overtüre:
@Marc Vielen Dank für die Erläuterungen; als THP komme ich tatsächlich fast an "alles" dran ... nur natürlich keine Narkosemittel etc. Das war ja mit ein Grund, diese Ausbildung zu machen. Ich schau mir das mal in Ruhe an, noch ca. 24 Stunden, dann wissen wir mehr. Aktuell ist nur Spritz aus dem Inkubator über der Regenbogenbrücke, es stehen aber noch mindestens 3 mit einer Pfote auf der Regenbogenbrücke. Morgen ist meine "Haupt"-TA wieder da, sie ist schon per Mail informiert und ich hoffe - mal wieder - dazwischenrutschen zu können, dann werden alle Gruppen mit ihren Hinterlassenschaften noch mal untersucht. Leider haben wir auch wieder ein kotzendes Eichhörnchen dabei (wie damals Chip), ihr habe ich schon die ABs gespritzt (oral macht kein Sinn bei der Kotzerei), aber mir gehen jetzt die Medies aus. Der Gatte von meiner TA, auch TA, aber leider aufgrund Lungenkrebs nicht mehr "im Dienst" kann ich auf die Sache mit den UV-Lampen auch mal "ansetzen". Er hat ein wahnsinniges Fachwissen und zu Hause am PC sitzen und so was zu recherchieren macht ihm Spaß. Ich werde in jedem Fall berichten.
@Squirrel wie man das aushält? Es sind Hörnchen da, die unsere Pflege brauchen, die lassen uns immer weiter machen. Werner & Dickel haben hier Hausverbot, da gibt es aktuell keine Hilfe für mich, wir müssen das jetzt aussitzen.Die Hörnchen müssen auch mit Adenovirus ausgewildert werden. Das ist die gleiche Problematik wie bei Eichhörnchen, die mit Kryptos befallen sie. Sie scheiden bis zu 1 1/2 Jahre noch die Eier von Kryptosporidien aus. So lange können wir nicht warten, macht auch kein Sinn, denn diese Erreger sind ganz normal in der Natur zu finden, so wie Giardien, Kokzidien etc. Unser Problem ist, die "Findlinge", die einfach zu wenig Muttermilch bekommen haben (inclusive der Antikörper), so auf die Natur vorzubereiten, dass sie eine Überlebenschance haben. Ich bin mir da sehr unsicher, dass das mit Antibiotikagabe überhaupt funktioniert, man muss nur den Vergleich zu uns ziehen. Wenn ich eine Blasenentzündung mit AB behandle, heißt das noch lange nicht, dass ich nie wieder eine bekomme.
Und wie heißt es immer so schön: Wer schlechte Tage/Zeiten nicht kennt, kann gute Tage/Zeiten nicht genießen. Alles andere wäre auch langweilig.
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
... das ist mir schon klar, dass man die nicht vergleichen kann. Es ging mir nur darum zu erläutern, dass dies alles ganz normale Erreger sind, die in der Natur vorkommen und zwar schon seit Jahrzehnten. Alle ausgewilderten Tiere müssen damit irgendwie klar kommen und das scheint aktuell das Problem zu sein. Entweder weil das Immunsystem einfach schwächelt oder die Erreger sich so schnell verändern, dass die Wildtiere mit ihrem Immunsystem nicht mehr hinterher kommen.
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
Hallo @Swiffy, es macht mich sehr traurig zu hören, daß Hörnchen Marie wegen ihrer schiefwachsenden Zähne eingeschläfert werden soll, vor allen Dingen, weil Du berichtest, daß sie solchen Spaß im Wohnzimmer hat. Wie alt ist sie jetzt? Kannst Du uns ein aktuelles Bild von ihr zeigen, wenn es Deine Zeit erlaubt? Ich kenne nur das von ihrer Ankunft bei Euch, wo sie mit gespaltener blutiger Unterlippe und der Zahnfehlstellung wirklich schlimm aussah, die Arme! Wenn Ihr Eure anderen Hörnchen entweder ausgewildert oder ins Überwinterungsgehege gebracht habt, wäre es nicht möglich, Marie im Wildwald-Residentengehege einzuquartieren und, wenn sie noch zutraulich ist, ihr dann regelmäßig die Zähne zu kürzen? Wie oft ist das nötig? Falls Marie sich dort im Gehege gut eingewöhnt, könnte sie noch, wie Lilly, eine ganze Zeitlang ein schönes Leben führen. Du schreibst, Mauli sei auch nicht wildbahnfähig. Was ist das Problem bei ihr? Wieviele kleine Hörnchen habt ihr noch, die wegen der späten Jahreszeit nicht mehr vor dem Winter ausgewildert werden können? Werden die alle im Gehege Husen überwintern können? Vielleicht kommen auch noch neue hinzu; Du schreibst ja im September-Blog, daß auch jetzt noch Hörnchenbabies gefunden werden, die noch keine 4 Wochen alt sind. Probleme über Probleme, ich hoffe, Du findest gute Lösungen. Ich bin sehr froh, das sich der Verdacht auf das Adenovirus nicht bestätigt hat – zumindest eine Sorge weniger.
wenn wir die Zeit hätten, dann würden wir auch den Blog schreiben, das ist absolut unmöglich, deshalb hier nur kurz:
Marie ist nicht mehr "händelbar", sie ist Wildtier, lässt sich nicht mehr anfassen, Zähne schneiden unmöglich, wir müssten sie dafür jedes Mal sedieren, 1x in der Woche. Das geht nicht. Das Residentengehege im Wildwald gibt es nicht mehr.
Mauli kommt mit ihrer Sehbehinderung gut zu Recht, aber, sie springt nicht weiter als 20cm, damit kann sie in Freiheit nicht überleben. Ich versuche aktuell verzweifelt für sie einen Residentenplatz zu finden. Leider ist auch sie krank. Überleben absolut unsicher.
Wir haben aktuell 16 Eichhörnchen hier, 14 davon krank: Krypthos, Giardien, Kokzidien. Wir kommen aus dem putzen nicht raus. Das Mittel ist so agressiv, dass uns schon zwei Drucksprüher kaputt gegangen sind, weil es die Dichtungsringe angreift. Wir sind gerade in Kontakt mit einem Bauern, der ja auch so Mittel spritzen muss. Wahrscheinlich im normalen Fachhandel gar nicht zu bekommen. Über die Kosten brauchen wir gar nicht zu reden, unsere Müllberge und unsere Hände, trotz Handschuhe und Mundschutz, greift alles an ... Wir versuchen immer mal wieder den Blog zu starten, aber wenn man voll berufstätig ist, dann bleibt die Freizeit nur für putzen, neu einrichten, desinfizieren und dann fällt man gefühlt irgendwann tot ins Bett. Am 14.09. ist eine befreundete Pflegestelle wieder aus dem Urlaub zurück und übernimmt auch Eichies, auch Kranke. Dafür nehme ich aus ihrem Bereich akutell auch alles auf. Wir arbeiten sehr gut zusammen und das ist ein kleiner Lichtblick.
Heute morgen hat sich bei meinen 4 L's auch der erst Durchfall. Ich habe das Gefühl, dass das mehr über die Luft geht oder ich den ganzen Tag im Outbreak-Anzug durch die Wohnung laufen müsste. Mehr Hygiene geht nicht mehr, absolut nicht. Täglich ca. 3 Maschinen Kochwäsche, dazwischen Reinigungs-/Desinfektionsgänge für die Waschmaschine und den Trockner. Dauert nicht mehr lange, dann fliegen die weg .... aber es ist nur "finanzieller" Schaden, die verlorenen und leidenden Eichies sind viel, viel schlimmer!
... mit traurigen Grüßen ... Swiffy
P.S. in anderen Pflegestelle sieht es genau so aus, die Endoparasiten explodieren, die Eichies sind krank, unterernährt ....
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
Meine Güte, was für Säure ist denn das? Wenn das sogar Eure behandschuhten Hände und Atemwege angreift udn die Waschmaschine, gehen die Dünste doch auch in die Eichhörnchenlungen, oder nicht?
Keine Kritik, bin nur etwas perplex gerade. Wusste nicht, daß das Zeug so scharf ist, daß es waffenscheinpflichtig ist.
@Marc, das nette Zeugs nennt sich "Aldecoc" und wird vor allem auch in den Hühnerställen eingesetzt. Es macht so ziemlich alles kaputt, vor allem auch Kryptosporienen (incl. Eier) und Kokzidien, die wirklich sehr, sehr hartnäckig sind. Alternative wäre Wasserstoffperoxid, 9%, auch nicht viel besser. Du sprühst das, oder wäscht alles mit einem Microfasertuch ab (vor allem die Laufställe und Softboxen). Mindestens 12 Stunden, bis die Eichies wieder einziehen können. Jetzt kann man sich sicher gut vorstellen, dass wir also mehrere Boxen haben müssen, weil mal die einen in der Desinfektion sind und die anderen "belegt" sind. Gefühlt hast du immer was zu putzen ... gruselig im Moment.
So, kurzes Update: wir machen für dieses Jahr die Station dicht, Blog kommt auch noch gleich.
Hintergrund: wir haben fast nur noch kranke Tiere, seit gestern "kotzt" in unserer Minigruppe (6 Wochen) das erste Eichhörnchen. Auch andere Stationen berichteten das, wir können also "Milch" und "Umgebung" ausschließen. Hier liegt irgendwas in der Luft. Gestern mussten wir auch schweren Herzens Mauli gehen lassen. Durchfall, Kotzen und völlig abgemagert trotz Antibiotika, Homöopathie usw., auch unsere TA völlig ratlos. Da sie ein "Herzenshörnchen" war, sind sehr viele Tränen geflossen, aber ich konnte ihrem Leid auch nicht mehr zusehen und habe sie erlösen lassen. Das ist so ziemlich das Schlimmste, was einem passieren kann, aber es war zum Wohl des Tieres.
Wir hatten dieses Jahr über 90 Tiere, es reicht, wir brauchen dringen Pause. Wir versuchen von den 20, die wir aktuell noch haben, möglichst alle durchzubekommen. Die 5 Minis müssen sowieso überwintern, die können wir dieses Jahr nicht mehr rausbringen. Es reicht einfach....
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
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