Wenn Eichhörnchen ein Eigelege finden, zufällig, machen sie sich darüber her, aber sie suchen wohl nicht gezielt danach, noch bejagen sie gezielt Jungvögel wie es Ksatzen tun, soweit wir wissen. Eichhörnchen fressen opportunistisch schon immer auch tieirsches Protein und Fett, ist die metabolisch einfachste Art, Energie zu gewinnen, besonders für Muttertiere. Das dürfte auch der Grund sein, warum im ewigen Wettrennen zwischen Fleisch- und Pflanzenfressern die Anzal der fleischfressenden Spezies in evolutionsbiologisch relevanten Zeiträumen gegenüber den pflanzenfressenden Spezies immer weiter zunimmt. Als Pflanzenfresser muß man Spezialist sein und erheblichen organischen und stoffwechseltechnischen Aufwand betreiben, um aus der zumeist energieärmeren Kost die zum Leben erforderliche Energie zu gewinnen und gleichzeitig die vielen chemischen Kampfstoffe zu entschärfen, mit denen sich die Pflanze gegen das Gefressenwerden wehrt; die Energie wird gewonnen, indem pflanzliche Stoffe und Zellulose nach aufwendigem Verdauungs- und chemischem Umwandlungsprozess in gesättigte (!) Fettsäuren (!!) umgewandelt wurden, die der eigentliche Energieversorger für den Herbivoren sind. In dieser Hinsicht sind Carnivoren und Herbivoren gleich, beide leben von gesättigten fettsäuren als Energieversorger, nur die Quellen, über die sie daran gelangen, sind unterschiedlich. Die Relation zwischen carnivoren und herbivoren Spezies beträgt derzeit etwa 70:30, und wie gesagt, sie verschiebt sich immer weiter Richtung Carnivoren. Die Streichelzoofraktion muß jetzt ganz stark sein, aber ich fürchte das Prinzip "Fressen und gefressen werden" wird also nicht so bald enden...
Daß Eichhörnchen so gezielt Jagd machen und einen Überfall auf ihr Opfer durchziehen, hörte ich in diesem Video zum ersten Mal. Möglicherwiese ist es auch nur eine Besonderheit dieser besonderen, regionalen Population, oder sogar nur dieses einzelnen Tieres oder der sozialen Gemeisnchaft, zu der es gehört. Gründe können viele erdacht werden, ein sonstiger Nahrungsmangel bei Beschränkung auf nur pflanzliche Kost ist einer davon.
Zusätzliche Aufmerksamkeit lenke ich auf den User Amethyst2448 vor einem Monat, der kommentierte: "The more I study as an ecologist, the more I understand that everything we thought of as an herbivore is an opportunistic carnivore." (Je mehr ich als Ökologe lerne, desto mehr verstehe ich, dass alles, was wir für einen Pflanzenfresser hielten, ein opportunistischer Fleischfresser ist). Oder wie ich über den Menschen sage: wir sind physiologisch und anatomisch 100%ige Carnivoren seit mindestens 2 Millionen Jahren, die aber oft das Verhalten eines opportunistischen Omnivoren (Allesfressers) zeigen. Antworten auf Amethyst2448 verweisen auf weitere ähnliche Beispiele wie mit dem Eichhörnchen: Rehe, die Vögel fressen, Kühe, die Jungvögel fressen.
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