Gestern kamen wir in den Genuss mal einen Minifeldhasen zu übernehmen. Nein, natürlich schwenken wir nicht auf Feldhasen um, da würde uns der Platz fehlen. Aber die Finderin rief in ihrer Not an. Die Katze hat ihr, kurz bevor sie zur Arbeit musste, den kleinen Feldhasen auf die Fussmatte gelegt. Da sie nicht wusste, wo er herkommt, hat sie verzweifelt versucht den unterzubringen. Wir haben ihn aufgenommen, so ein bisschen wissen wir ja auch über andere Tiere Bescheid und auch sofort eine Pflegestelle gefunden. Abends habe ich sie dann dorthin gebracht und mir wurde bestätigt, dass das alles korrekt war, denn Feldhasen, die in der Hand von Tier oder Mensch waren, nimmt die Mutter nicht mehr an, ähnlich wie bei Rehkitzen. Zudem hätte die Finderin ja gar nicht gewusst, wo er lag und die Katze hätte ihr das auch bestimmt nicht verraten. Also, alles richtig gemacht und Tiffy ist jetzt bei weiteren 2 Feldhasen und darf wachsen. Sie hatte nur 100g, war 2-3 Tage alt.
Aber jetzt noch ein paar Bilder:
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Auch für uns etwas besonderes!!!
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
Bei Hasenfunden - wie ist da das Prozedere in bezug auf Tularämie? Die Statistik der letzten Jahre für Bayern z.B. zeigten immer auch mal, daß das 1/4 bis 1/3 der Tiere, die untersucht wurden, befallen waren. Nun sind das aber alles Totfunde gewesen, was die Einschätzung der Gesamtpopulation verzerren mag.
Keine Sorge deswegen? Ich gestehe ich würde niemals ein Wildkaninchen oder einen Hasen aus diesem Grunde einfach so aufnehmen, weil ich nicht weiß, wie man sich schützt. Handschuhe? Hände waschen, würde das schon reichen? Verseuchung der Kleidung? Wie gesagt, hab keine Ahnung beim Thema Tularämie. Weiß nur, daß sie nicht gerade gesund ist...
Und genau deshalb habe ich 2 Monate lang in der Freizeit an einem Hygienekonzept gearbeitet! Die Erstversorgung habe ich ohne Handschuhe gemacht, weil ich nur ohne Handschuhe Verletzungen/Kratzer und inwändige "Unregelmäßigkeiten" ertasten könnte, das geht nicht mit Handschuhen, auch nicht mal mit Einweghandschuhen. Ich habe dann immer "Oben herum" eine Einwegjacke an, die dann weggeworfen wird (leider, aber den Müll kann ich zur eigenen Sicherheit nicht vermeiden!). Danach Hände waschen mit einem ganz fiesen Zeug, das einem fast die Haut ablöst ....
Die weitere Versorgung ist dann immer mit Einweghandschuhen. Und genau, das Desinfizieren & Reinigen der Boxen nimmt unendlich Zeit in Anspruch. Es kommen insgesamt 3 Mittel zum Einsatz, die alle immer gesprüht, dann getrocknet werden, nacheinander. Ganz am Schluss kommt der Dampfreiniger, der die Reste der Mittel rausschwemmt. Deshalb brauchen wir so viele Boxen, denn bis die wieder "einsatzfähig" sind, dauert es ein paar Tage .... Und, auch neu: wir haben "getrennte" Boxen. Die einen Boxen "rot markiert" sind nur noch für "Erstfälle", die dürfen in die normalen Boxen umziehen, sobald sie von uns, TA und CVUA als "exoparasitenfrei" getestet wurden. So können wir das künftig noch besser eindämmen. Bei den normalen Boxen können wir auf die ganz fiesen Mittel verzichten, wobei sie alle 1-2 Monate trotzdem "behandelt" werden, zur Vorsicht!
In NRW gibt es Tularämie, aber noch lange nicht so verbreitet wie in Bayern. Aber auch sie kommt, wie unsere "geliebten" Kryptos" so langsam in den Norden. Leider!
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
Guck das wusste ich so alles nicht, und jetzt wo ich es weiß, wird mir Tularämie auch nicht sympathischer... Nur daß es bei den Parkkaninchen ja wohl noch schlimmer aussieht als bei Wildhasen (hab ich mal irgendwie aufgeschnappt, weiß nicht mehr, wie und wo). Und dann noch das ganze andere Gefiesel, das die Tiere ja auch noch haben... Manchmal denke ich, die Natur hat einen Knall.
Ja, das hat sie definitiv, nicht nur, dass unsere Wildtiere mit erheblichen, mitunter neuen Endoparasiten zu kämpfen hat. Aber ich habe gerade gestern wieder gelesen, was an neuen "inversiven" Arten vor unserer Haustür steht wie z.B. Nosferatu-Spinne, asiatische Harlekin-Marienkäfer, wollige Mauerspringsprinne ...
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
das hört sich wirklich gruselig an Spinnen oder Schlangen kann ich so gar nicht leiden.
Aber das kleine Hoppelhäschen ist doch zuckersüß das kann man dann doch nicht einfach sich selbst überlassen. Bei diesen ganzen Parasiten da kann einem schon Angst und Bange werden . Das ist ja dann auch ein Mega Aufwand, der da betrieben werden muss um Ansteckungen zu verhindern.
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