Da meine Festplatte langsam überläuft mit Hörnchenfotos und -videos muß ich da dringend mal aufräumen. Dabei bin ich auf dieses schon etwas ältere Video gestossen. Ich habe es mal nur für das Forum hochgeladen, da wir über das Thema Wachsamkeit gerade bei den hochgeladen Fotos geschrieben haben. Zu sehen ist mein Puschel, der erst ganz gemütlich frisst und trinkt. Plötzlich erschrickt er sich, kauert sich zusammen und sitzt minutenlang praktisch wie erstarrt da. Ich könnte nicht mal sagen, worüber er sich so erschreckt hat, aus meiner Position war da nichts zu sehen. Beobachtet habe ich so etwas schon mal, da saß das Hörnchen direkt auf dem Geländer und bewegte sich eine ganze Weile nicht mehr. Was ist das, Schockstarre???
Hallo Ardilla, das Verhalten ist typisch für Eichhörnchen, aber nicht immer für uns so toll "filmbar". Das ist echt ein Lehrvideo. Das Verhalten nennt man "Freezing" (auch Schreckstarre), sie sitzen dann da wie "eingefroren" und warten, hören und scannen die Umgebung nach Feinden.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass du den Auslöser davon nicht erkennen kannst, denn Eichhörnchen hören in einer Frequenz zw. 63 und 56.000 Hz, wir dagegen nur in einer Frequenz von 16-26.000 Hz, das heißt, es hört viel mehr als wir. Das kann ein Ruf eines Falkens gewesen sein usw. An den sehr kleinen Bewegungen des Kopfes sieht man, wie es die Umgebung nach Feinden absucht. Im Vergleich zu uns haben Eichhörnchen einen klaren und scharfen Blick, d.h. sie haben nicht nur einen Punkt des Scharfen Sehens, so wie wir, sondern das Bild ist komplett auf der Netzhaut scharf. Mit den kleinen Kopfbewegungen will es so wenig wie möglich Aufsehen erregen, muss aber einen kleinen Streifen des "Nichtsehens", der von den beiden Augen nicht wahrgenommen werden kann (Streifen direkt über der Nase und Streifen hinten am Hinterkopf) ausgleichen. Deshalb kann man unseren kleinen Päppelhörnchen einen Nastenstüber mit dem Finger geben, ohne dass sie es "sehen".
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
Bei mir hat sich mal eine Blaumeise in die Wohnung verirrt und hat, trotz überall geöffneter Fenster, nicht den Weg nach draußen gefunden. Im Bad konnte ich sie dann einfangen und da dachte ich schon, die stirbt ja gleich. Der Schnabel war offen, die Augen halb zu, oje, das wird nichts mehr. Bin dann mit ihr raus auf den Balkon und hab sie in der offenen Hand hoch gehalten. Sie hat sich nicht bewegt minutenlang. Dann plötzlich bewegte sich der Kopf hin und her und schwups flog sie davon. Das war dann sicher auch diese Schreckstarre
Aber auf dem Video hört man ja menschliche Stimmen und Schreie sowie Krähen, sicher hat das kleine negative Erfahrungen diesbez. gemacht. Bei mir hatte sich ein Jungstar in die Wohnung verflogen, der wäre auch fast gestorben, als ich ihm auf dem Balkon los lies flog er noch gegen die Wand, bis er dann an einem Baum in der Nähe torkelte.
Also direkt hinter unserem Haus da verläuft ein Weg rüber zur Regattabahn. Da sind eigentlich immer Leute unterwegs, das ist nichts besonderes auch wenn die Jungs ganz schön laut waren. Das kennen die Eichhörnchen. Viele führen hier ihre Hunde aus. Bei Hundegebell, da springen die Eichhörnchen aufs Geländer oder in den Blumenkasten und beobachten die Sache von oben. Da wissen sie schon, das ihnen hier oben nichts passieren kann. So, wie der Kleine plötzlich in Deckung gegangen ist, das würde schon eher zu einem Raubvogel oder einer Krähe passen. Da sah er ganz schön verängstigt aus. Aber niedlich war, die Nuss hat er die ganze Zeit im Maul behalten und auch mitgenommen.
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