Kobel entdeckt! Hab ich sie endlich gefunden, die Schlingel! Und gleich zwei.
Der erste Kobel ist eine hölzerne Kobelbox auf einem Baum in dem Garten, der jenseits der rückwärtigen Garagendächer an unseren Garten angrenzt. Er ist auf der dem Haus abweisenden Seite des Baumes auf Garagendachhöhe angebracht, das Tiere muß nur rausklettern, einen Apfelbaumast entlanglaufen, aufs Garangendach springen, und zu uns rüber wechseln - die Futterstation ist laut Google Earth 24m entfernt. Also der führt ein luxuriöses Leben, Eigentumsappartment, voll möbliert, mit Essen und Getränke bis fast direkt ans Bett! Ich verfolgte ein Tier mit dme fenrglas , wie es über das Dach huschte, jetzt ohne Laub kann ich durch die Zweige, die sonst im Wege sind, hindurchsehen. Leider werde ich also im Frühjahr wohl keine direkt Sicht auf den Kobel haben um zu schauen, ob es Junge gibt. Zur Zeit kann ich das Einstiegsloch aber klar erkennen, den ganzen Kasten, mit aufklappbarem Seitenteil und Regenabweisendem Spitzdach. Vorbildlich!
Der zweite Kobel ist eine Handarbeit und ist 46m von der Futterstation entfernt, es ist die schon vermutete dichte, hohe Tanne des seitlich angrenzenden Reihenhausgrundstücks, ich kam mit einem Bewohner heute morgen ins Gespräch und ich durfte mal kurz in den Garten huschen und am Stamm entlang nach oben und ins Dunkle spinksen, sehr dichtes Gezweige, dichte Nadellast, sehr dunkel, sehr schwer zu erkennen, aber da war weit oben ein handballgroßes oder etwa kleineres Gebilde am Stamm, etwa zehn bis zwölf meter über dem Boden, das könnte ein Kobel sein, Eichhörnchen lieben ja Nadelbäume, und dieser ist wirklich sehr dicht begrünt, sehr buschig - ideal.
Beide Bäume liegen etwa 55m voneinander entfernt. Das finde ich eher ungewöhnlich dicht beieinander, aber der urbane Raum hat wohl seine eigenen Gesetzmäßigkeiten.
Zumindest eines der fünf (!!) Tiere hat also eine sturmfeste Unterkunft, und ein zweites einen durch Baum gut geschützten selbstgebauten Kobel. Das ist doch schon mal beruhigend.
Wenn ich eine zutrauliche Handaufzucht hier hätte, würde ich freiwillig meinen Loggia-Balkon und Seitenverschlag räumen und als Refugium zur Verfügung stellen! Aber so hat es Null Sinn, hier einen Kobel aufzustellen. Null Chancen. [img][img][/img][/img] Das Dreieck: die Spitze oben ist der Tannenkobel, die Spitze unten links der Kasten in dem Apfelbaum, die Spitze rechts unten meine Futterstation, udn die Linien ans Haus ganz rechts endet auf meinem Balkon in der Dachschräge.
Die weißen Quadrate annäherned in der Bildmitte sind einer der beiden erwähnten Kastenneubauten, der zweite ist noch nicht im Bild, er liegt unmittelbar links davon, in dem quadratisch abgegrenzten Grüngebiet. Die Dinger sind verdammte vier Stockwerke hoch. Die Baugruben waren laut, lange während, es erklärt, warum hier jahrelang keine Hörnchen zugegen waren.
Zitat von Marc im Beitrag #105Und wie ist es sonst, außerhalb der Paarungszeit, wer ist da Chef im Ring? Ich las dazu widersprüchliche Angaben, mal heißt es, die Weibchen seien immer die dominate Größe in einem Revier, und die Eichhörnchengesellschaft sei gewissermaßen ein einzelgängerisches Matriarchat, dann wiederum wurde gesagt, die Kater hätten zumeist das Sagen, bis auf die Paarungszeit. Wenn ich meinen Kira, Kater, hier sehe, der versteht keinen Spaß, wenn ein anderes Tier erscheint, er stellt sich selbst in Position und nimmt Maß, dann feuert er sich selbst wie eine Lenkrakete auf den anderen ab. Die anderen sehen alle zu, daß sie ihm nicht in die Quere kommen. Absolut dominant. Ab etwa einem knappen Meter Abstand wird es kritisch, und er stellt schon mal das Zielradar an.
Na das wüsste ich doch auch alles ganz gerne so genau. Ich kann immer nur in den Büchern lesen und aus dem, was wir so erfahren meine Schlüsse ziehen, aber das ist alles andere als wissenschaftlich. Wir können zum Mond fliegen usw. aber unsere eigenen Tiere kennen wir nicht wirklich gut. Ich weiß nur folgendes, aber das ist nur "angelesene Literatur":
"Eichhörnchen leben auf Distanz und halten zu Artgenossen regelmäßig einen gewissen Abstand. Trotzdem gibt es ausgeprägte Dominanzhierarchien in Eichhörnchenpopulationen. Begegnungen von Tieren lösen sich in der Regel mit wenig Aggression, Fliehen mag die bessere Taktik sein als eine heftige Auseinandersetzung. Vieles spricht dafür, dass in Hörnchenpopulationen soziale Muster bestehen, die auf hierarchischen Beziehungen aufgrund agonistischer Begegnungen beruhen. Der Sozialstatus eines Tieres hängt von Körpergewicht und Alter ab.Dominantere Tiere ergattern mehr Futter, sind schwerer, haben eine bessere Kondition, sind früher fortpflanzungsfähig, können früher kopulieren und erhöhen die Chance auf mehr Nachwuchs. Andererseits erfordert ein hoher Rang mehr Einsatz und ständige Präsenz vor Ort. Deshalb verbringen ranghohe Tiere mehr Zeit außerhalb ihres Nestes. (...)
Verschiedene hierarchische Beziehungen sind beschrieben: Adulte dominieren über subadulte und juvenile Hörnchen, Männchen über Weibchen, manchmal dominieren adulte Weibchen über junge Männchen und sesshafte Tiere über Zugewanderte. Solche Beziehungen sind nicht konstant, sondern werden ständig neu modifiziert, so wie sich die Zusammensetzung einer örtlichen Population ständig ändert (z.B. durch Erwachsenwerden junger Tiere, sterben alter Tiere, Etablieren von Zuwanderern). Dominanzbeziehungen sind nicht fest fixiert. Deutlich werden soziale Beziehungen bei Versammlungen mehrerer Tiere, z.B. bei Paarungen oder der Nahrungssuche in favorisierten Bäumen bzw. an Futterplätzen. Wie in Vogelschwärmen ist Fressen am Rand der Gruppe ungeschützt und gefährlicher. Obwohl Untergeordnete nicht weniger Zugang zum Futter haben, fressen sie weniger effektiv, da sie ständig wachsam sein und sichern müssen. Futterkonzentrationen, wie an künstlichen Futterplätzen, gibt es auch in der Natur. Wird das Angebot knapp, bekommen Rangniedrige nur noch begrenzten Zutritt zur Quelle."
aus: Stefan Bosch, Peter W.W. Lurz, "Das Eichhörnchen"
Was wir definitiv bestätigen können: unsere 3 Eichkater auf dem Balkon kommen regelmäßig, aber meist zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Sie "wissen/ahnen", dass die Schalen immer gefüllt sind und suchen sich einen Zeitkorridor in dem sie sich in Ruhe sich sattfressen können. Treten sie doch mal gleichzeitig auf, was im Winter öfters vorkommt, da die Hörnchen meist nur einmal täglich ihren Kobel verlassen um Futter zu suchen (bei kaltem Wetter kostet die Futtersuche wertvolle "Energie"), sitzen sie "möglichst weit entfernt" auf dem Balkon und mümmeln ihre Nüsse oder gehen an die Futterschale, nehmen sich die ungeknackten Nüsse und verbuddeln diese, quasi eine friedliche Koexistenz, denn es ist ja immer genug da. Das können wir definitiv bestätigen. Da wir überhaupt keine Eichkatzen bei uns auf dem Balkon füttern dürfen, können wir die anderen Aspekte überhaupt nicht bestätigen, leider!!!
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
Tendeziell kann ich die Erfahrungen mit euren Balkonhörnchen bestätigen. Sogar Kira hält sich ja noch mühsam im Zaum, wenn sein Sicherheitsradius nicht unterschritten wird. Aber wenn - dann. Habe ihn schon mal live eine Satz aus dme Stand von etwa zwei Metern Weite machen sehen, um den Bösling zu erwischen - einen Satz leicht aufwärts war das. Wahnsinn. Irre, was die Tiere für einen Kraft entwicken können, gemessen an ihrer Körpergröße. Die Schenkel - da ist Kraftfutter drin!
Aus der Überlegung heraus, die auch Bosch in dem Zitat äußert, biete ich ein Übermaß an Futter an, und zwar an nunmehr fünf Freßpunkten gleichzeitig. Will sie noch etwas auseinader ziehen , sodaß jede Stelle von jeder anderen einen guten Meter entfernt ist, wenigstens.
Die Meisenknödelhalter für Nüsse haben sich bewährt, da billig, mobil und gut versetzbar.
So, heute Morgen war Showtime, nachdem ich unten die Futterstationen auf den neuesten Stand gebracht und das Wasser gewechselt hatte, spähte ich mal vom Balkon aus (2. Stock) mehr lustlos als erwartungsfroh in die Runde, und dann folgte eine dreiviertel Stunde intensives Fur Watching! Durch die Laublosigkeit sah ich in der Ferne einen feuerroten Wuselwisch herumwuscheln, ich schnappte mir mein Fernglas und beobachtete seine/ihre Wanderung durch die Gärten, kreuz und quer, durch die Bäume, Sträucher, über Gartenzäune und Zaunpfähle und über sechs Grundstücke, und dann hielt das Tier zielstrebig auf die Nuff-O-Maten bei mir zu. Als ich es knispern hörte und dann mal das Fernglas absetzte, sah ich, daß sich ein anderes Hörnchen längst häuslich eingerichtet hatte, und aus der Ferne hielten noch zwei weitere Hörnchen auf unseren Garten zu. Eine halbe Minute später hatte ich hier vier Eichhörnchen gleichzeitig zu Gast, und daß ich die kleineren Nuffportionen etwas verteilt hatte (die Spender liegen jetzt bis zu 2m voneinander entfernt) trug dazu bei, daß es nicht die geringste Rauferei oder Mißstimmigkeiten gab. Keines der Tiere floh vor einem anderen, und keines eröffnete die Jagd. Wohlgedeihlich saßen sie beieinander, aber nie näher als schätzungsweise 1,5m, und es war ein Knispern allenthalben, daß man sein eigenes Wort kaum verstehen konnte. Nachdem die ersten Hunger gestillt waren, fingen sie an, durch den ganzen Garten zu turnen und ihre Beutestücke zu verstecken, teilweise Nuff an fremder Nuff, einer brachte sogar das Kunstück fertig, eine fremde Nuff auszugraben, um die mitgebrachte eigene Nuff an gleicher Stelle in das gleiche Loch einzubuddeln, bis das Loch wieder zu war.
Sogar Kira fügte sich ein und gab Ruhe, das ist ungewöhnlich, aber er hatte auch Hunger. Er platzierte sich direkt neben den Meisenknödelhalter unterhalb der Hauptbox, und langte tüchtig zu. Eine Nuff nach der anderen wurde ungerührt herausgeangelt und an Ort und Stelle weggeputzt - drei Walnüffe und fünf Haselnüffe hat er auf diese Weise vertilgt, an Ort und Stelle, ohne zwischenzeitlich abklenkt zu sein, ohne Pause, nicht einmal andere Tiere, die sich in unmittelbarer Nähe über ihm bedienten, hielten ihn davon ab, sich den Bauch voll zu schlagen, normalerweise ist er ein höchst instabiler Photonentorpoedo. So ein Vielfrass, acht Nüffe am Stücke! Der macht mich noch arm.
Jedenfalls war das heute morgen ein so emsiger Betrieb wie noch nie zuvor, und noch nie hatte ich vier Tiere gleichzeitig zu Gast. Leider vieles davon außerhalb des Kamerabereichs, ich experimentiere da gerade etwas. So mit dem hellen Nachtglas konnte ich sie nun auch mal live und in aller Schärfe und kontrastriechen Helligkeit betrachten, die Futterkamera verzerrt ja Farbe und Kontrast doch sehr, je nach Lichtsituation und Fellreflektion. Ich bin begeistert, welch schöne Fellzeichnungen und Farbtöne die Tiere haben, wenn ich sie live sehe, kann ich sie gut auseinader halten, auf den Videos ist das doch ganz schön schwierig, jetzt mit den Winterfellen noch mehr. Nur Kira kann man an seinem charakteristischen Schwanztüpfel sehr zuverlassäig in jedem Licht identifizieren, egal wie und wann und wo.
Das war mal ein hübsches Programm heute!
Swiffy, Du fotografierst doch. Ich habe den Kontakt zur Fotografie verloren unmittelbar bevor die digitalen SLR Kameras das Szepter übernahmen, habe noch eine alte analoge Canon EOS 600, und dazu Objektive, darunter einen 600mm Spiegel. Hast Du eine Ahnung, ob solche alten Objektive noch mit den neuen digitalen Kameraelektroniken kompatibel sind? Der Spiegel ist ja noch völlig manuell und ohne AF Motor, aber ich habe auch noch solche mit AF Motor. Und brauchts irgendwie Konverter oder sowas? Ich spiele mit dem Gedanken, mir einen neueren digitalen Kamerabody zu besorgen, und wenn's keine Objektive bräuchte, wären die Kosten überschaubar. Teuer wird's ja durch vernünftige Teleobjektive . Und gibt es irgendwas Wichtiges zu beachten, irgendeinen drakonischen Unterschied zwischen digitalen und analogen SLR Kameras? Meine alte kleine Taschenkamera, eine Canon Powershot 595IS, zählt nicht. :)
Der Aufregung kein Ende - in der Ferne habe ich ein neues Hörnchen im Fernglas entdeckt, das seinen Weg zu mir aber noch nicht gefunden hat. Wenn es so weit ist, werde ich es merken, es ist sehr auffällig: nachdem ich bereits unlängst ein dunkelgraues mit schwarzem Schwanz willkommen heißen durfte, ist dieses, Nummer sechs wenn es denn bleibt, ein waschechter Schwärzling, schwarz wie ein Rabe in dunkler Nacht, schwärzer geht nimmer. Mal schauen, was daraus wird.
Übrigens habe ich nach den Beobachtungen heute morgen sehr stark den Eindruck, daß es keine scharfen Reviergrenzen gibt. Alle vier Tiere bewegten sich in der Annäherung völlig unbekümmert und einander unbeeinträchtigend über die diversen Gartenparzellen, und so war es auch bei ihren Abmärschen. Zwar beobachte ich immer wieder, daß bestimmte Tiere bevorzugt in bestimmte Richtungen verduften, wo sie wohl ihre Kobel haben, vermute ich (und bei zweien weiß ich es), aber daß sie ihr Territorium irgendwie gegen Eindringlinge verteidigen, davon sehe ich nichts.
Und das, obwohl derzeit anscheinend ein hoher Populationsdruck herrscht, und Paarungszeit.
Hallo Marc, danke für den ausführlichen Bericht, ist ja echt was los bei dir!!!! Toll!!! Das freut uns und natürlich, dass sie bei dir so ausreichend gefüttert werden!
Da ich mit einer Nikon fotografieren, kann ich zu dern Canon EOS leider nichts sagen. Ich habe von meiner alten Nikon auch alle Objektive behalten, z.T. auch ohne AF, aber ehrlich gesagt, könnte ich die auch wegtun, irgendwann fotografiert man nicht mehr damit. So nach und nach habe ich mir immer mal wieder ein Objektiv zugelegt. Meistens geben die Fotofirmen eine Übersichtstabelle raus, in der genau aufgelistet ist, welches Objektiv zu welcher Kamera passt. Bei Nikon ist das gefühlt 1m² großes Blatt in Calibi 8 Sprich, ich bin auch nur Amateur und kann da keine verlässliche Aussage machen, du könntest ja mal Wurmel anfragen, die ist Profi :-)
Wir waren heute auch wieder im Rombergpark und ich habe mich geärgert, dass ich nicht das ganz große Objektiv mithatte ... ist aber eine ziemliche Schlepperei. Schauen wir mal ob die Bilder was geworden sind.
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
Mein Herren! 7:31 Uhr, und Hörnchen an der Station. Um diese Zeit ist es wirklich noch nachtdunkel, und obendrein ist es durchgängig bedeckt, 8/8. Von wegen Eichhörnchen sind nachtblind oder nicht nachtaktiv!
Etwas Schnee gestern. Seit dem großen Gruppenschaulaufen vor einer Woche ist die Hörnchenakltivität deutlich abgeklungen, es gab Tage, an denen kein Tier sich blicken ließ. Sie liegen wohl alle in ihren Kobeln und versuchen, die trübe kalte Zeit irgendwie zu überschlafen. Derzeit brauche ich nur alle paar Tage unten nach dem Rechten zu sehen. Die müden fünf, sechs Videos der letzten drei Tage (davor waren 2-3 Dutzend pro Tag) waren zumeist von Meisen ausgelöst, und selbst die haben keine rechte Lust. Mein treeuester Begleiter unten ist ein zutrauliches Rotzkehlchen, das kapiert hat, daß mein Erscheinen Hirsekörner bedeutet.
Daß die Paarunszeit in diese Zeit fällt, ist eigentümlich. Klar, eventueller Nachwuchs verläßt den Kobel erstmals dann irgendwann und findet eine frühlingshafte nahrhafte Welt vor und ein langes Restjahr, schon klar, aber von Paarunsreigen in diesen Tagen und Wochen bemerke ich nichts weiter. Wäre ja auch irre energieintensiv.
Also bei uns hier ist auch nichts los auf dem Balkon (Fellträger & Federträger), im Außengehege Wildwald ebenfalls gespenstige Ruhe, allein die Hörnchen im Rombergpark in Dortmund sind schwer aktiv.... siehe Bildergalerie. Video gibt es auch noch, voraussichtlich am Samstag auf der Homepage ...
Swiffy
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
Die letzten drei Tage war wieder etwas mehr los. Als ich heute morgen unten nachfüllte, erschien ein kleines Köpfchen auf dem Garagendach und spähte zu mir runter, etwa 2,5m entfernt. Ich bewegte mich langsamer und achtete darauf, nicht in seine Nähe kommen, der Inhaber des Köpfchens nahm mitnichten panisch Reißaus, sondern beobachtete, was ich tat - und blieb. Ich habe die Gewohnheit, wenn ich da unten bin, alle 15 Sekunden etwa eine einfache Tonfolge zu pfeifen, um die Tiere darauf zu konditionieren, einen Zusammenhang zwischen den Tönen (wie ein Vogelruf, Hoch-Tief, schnell 5x wiederholt), meiner Präsenz und den Nüffen herzustellen, und um überraschende, plötzliche Begegnungen, die in Fluchtreflexen und Panik enden, zu vermeiden. Scheint irgendwie zu funktionieren. Dieses Tier jedenfalls schien neugierig, und beobachtete mich, statt zu fliehen.
Eines der neuen Tiere erscheint gelegentlich, rennt aber immer nur von einer Futterstelle zur anderen, es sind ja insgesamt jetzt fünf, zwei Nuff-O-Maten und drei Meisenknödelhalter mit Nüffen drin. Es schnüffelt ausführlich, rennt aber immer weiter zur nächsten, und nimmt fast nie eine Nuff auf, als traute es sich nicht. Das Haarkleid am Schwanz wirkt zerzaust, ich frage mich, ob das Tier der lokale Prügelknabe ist und tüchtig einstecken muß in Raufereien. Es wirkt gestresst, und etwas hagerer als die anderen. Ein anderer Neuzugang, sehr dunkel, scheint wie ein Fels in der Brandung zu ruhen, und sogar der recht aufdringliche Kira scheint das Tier nur mit mäßigem Erfolg herumkommandieren zu können. Der Dunkle weicht Kira zwar aus, aber gemächlich, mit Ruhe, und manchmal eben auch nicht. Nur wie man die Meisenknödelhalter "bedient", das kapiert er oder sie irgendwie nicht so richtig.
Die Fellzeichnungen auch der altbekannten Tiere haben sich so stark verändert im Laufe der letzten Wochen, daß ich sie alle kaum noch auseinander halten kann, nur Kira kann ich zuverlässig identifizieren wegen seiner charakteristische hellen Schwanzspitze. Bei Taro bin ich mir manchmal sicher, manchmal nicht. Von den Neuen ist ein sehr helles (wie Kira im sommer) und ein sehr dunkles dabei, das fünfte kann ich kaum von Taro unterscheiden, eigentlich garnicht. Wenn ich sie nicht gleichzeitig im Bild gehabt hätte, hätte ich gar nicht gemerkt, daß es zwei Tiere sind.
Den Schwärzling von vor ein paar Tagen, habe ich in der Ferne noch einmal gesehen, seit dem nicht mehr. Er findet den Weg wohl doch nicht zu meiner Nuffbar.
Der Celsiusgrad ist ein recht zuverlässiger Messwert für die zu erwartende Hörnchenaktivität am Tage. Regen nicht so sehr, scheint es. :) Ich werde inzwischen gelegentlich angesprochen, wegen der Hörnchen, es bleibt den Leuten nicht verborgen, daß sich was tut, und alle Reaktionen sind durchweg positiv. Eichhörnchen sind beliebt!
Wir waren jetzt 2 Tage nicht zu Hause, die Nussfilet-Futterstation ist noch unberührt, die Nussschale auch und diverse andere Nussbehältnisse auch. Die Wildkamera zeigte auch keine Videos, also hier ist es alles in allem sehr ruhig ... Morgen schauen wir dann wieder nach den Hörnchen im Wildwald.
Swiffy
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
Na, die kommen schon wieder, wennes wieder wäremer wird. Geduld!
Ich habe heute morgen Kira und und ein dunklees Hörnchen beobachtet, es könnte Taro oder der/die neue Dunkle gewesen sein, und ich frage mich, ob ich vielleicht Zeuge einer Pärchenbildung geworden bin, denn die beiden waren gleichzeitig da, gingen sich geehgsentig an, abe rmnit start angezogener Bremse, und nciht wirkoich ernsthaft. Sie duldeten sich gegenseitig, wenn der eine über der Rasen in die entgegengesetzte Ecke des Garten zog, zog der andere nach, sie blieben ständig irgendwie in Kontakt zueinander. Es gab auch keine Futterrivalitäten. Ich hörte sie ein, zweimal miauen, aber ein ehctes und shcnelles, entschiedenes Vertreiben-Wollen blieb aus.
Na ja, letztlich ist das Kaffeesatzleserei. Aber die Verhaltenänderung ist auffällig. Zumindest kommt es mir so vor. Kira ist früher sehr "instabil" gewesen, und ging sofort auf alles los, was bei drei noch auf dem Baum war.
Generell wird derzeit deutlich weniger Futter aufgenommen, und verbuddelt wird garnicht mehr.
Fünf bestätigte Hörnchen hat es hier! Ich werd nicht mehr!
Taro ist neuer Rekordhalter im Nüffe-Verdrücken und löst damit Kira als Titelträger ab. Sage und schreibe zwölf (!!!) Haselnüffe hat Taro heute unter meiner Livebeobachtung in Folge weggeputzt, ohne Pause zu machen, und das gezählt ab dem Zeitpunkt, als ich auf den Balkon trat, da war sie schon dabei, weiß also nicht, wieviel sie vorher schon gekillt hat. Hat eine gute halbe Stunde gedauert. Ein ausdauernder Nüffefreffer, ich meine Fresser! Ich habe mich gut eingekühlt und hoffte nach jeder Nuff, das wäre es jetzt gewesen, aber nein, sie langte ungerührt weiterhin ungeniert zu und angelte sich die nächste.
Zwölf Haselnüffe, ich hätte nicht gedacht, daß soviel Nuff überhaupt in so ein kleines Bäuchlein reinpasst! Und dabei war sie auch gestern hier und hat auch gut gefuttert, mehrere Nüffe, fünfe waren es, und eine weggetragen. Ob sie trächtig ist und vielleicht den Bedarf hat...? Oder ist sie wählerisch und schmeisst die Hälfte des Nuffbeins weg? Kann ich leider im Fernglas nicht erkennen, ich bin immerhin rund 17-18 Meter weg.
Die letzten drei Tage waren sie zwar alle immer jeden Tag da, aber immer nur kurz, auf ein, zwei Nüffe, und nur selten verweilend, sondern mit der Beute sofort verschwindend. Zwei der Tiere tauchen immer gemeinsam auf zur Zeit.
Was mich etwas wundert ist daß ich unten im Garten keinerlei Hinterlassenschaften finde. Die Nuffschalen, ja, aber keinen Kot.
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