Glaubst Du nicht, daß es jetzt wieder sicher genug wäre, ein oder zwei mit Nüssen gefüllte Meisenknödelhalter aufzuhängen? Die Ratte ist doch schon seit längerer Zeit verschwunden; wann hast Du sie das letzte Mal gesehen? Die Hörnchen hatten ja wirklich Spaß mit den Knödelhaltern. Ich erinnere mich an ein Foto oder Video von Stummelchen, wie er verzweifelt versuchte, die Nuß am unteren Ende des Knödelhalters herauszubekommen.
Und was fremde Wintergäste von weiter her anbetrifft - freu' Dich doch, daß Du diesen Tieren auch helfen kannst. Ich stimme Dir zu, daß es nicht gut ist, wenn Eichhörnchen jetzt in ihrem eigenen Revier nichts mehr zu fressen finden, aber wenn sie bei Dir ihren Hunger und Durst stillen können, ist das doch auf jeden Fall besser als in ihrem angestammten Territorium zu bleiben und zu verhungern.
Natürlich freue ich mich, wenn die "fernen" Tiere in der Not den Weg zu mir finden, aber es wäre für sie eben besser, die Not, diese Wege zu gehen, würde nicht bestehen. Ich habe ja gar nichts dagegen, wenn sie doch kommen, nur es ist dann eben kein gutes Zeichen.
Ich bin überzeugt, daß wir weiterhin Ratten haben, und daß die schon immer da waren, da gibt es für mich überhaupt keine Zweifel, hier gibt es Kanalisation, wilde Gärten, Mülltonnen, eine Altholzhalde, viel zusammenhängende Gartengrünflächen - wer glaubt, da gäbe es keine Ratten, der versteht aber Natur nicht! Nur man sieht sie nicht, weil sie sich eben nicht bemerkbar machen - weil sie nichts von Interesse bei uns vor Ort finden. Sie können klettern, tun es aber meist nur, wenn die Aussicht auf Futter besteht, sagt das Internet. Da will ich ihnen nicht freien Ausblick auf unverdeckt dargebotene Nüsse bieten, der sie dann vielleicht überhaupt erst motiviert. Und so ein monatelanges Drama wie dieses Jahr will ich nicht noch mal haben, wenn's geht.
Es ist ja ein absolut ausreichendes Futterangebot vorhanden. Nur eben sicht- und vor allzu leichtem Zugriff geschützt. Die zweite Box nehme ich im Frühling wahrscheinlich wieder ab. Sie ist jetzt da, weil es viel zeitliches Zusammentreffen von zwei oder drei Tieren gibt, ihre Zeitfenster, in denen sie aktiv sind, sind ja jetzt verkürzt.
Zitat von Marc im Beitrag #595Ja, und heute war ein Tier mit sehr hellem Fell (wennauch mit Wintergrau darin) da, mit einem dunklen Stups auf der Nase und schlankem Kopf, das könnte vielleicht tatsächlich Katze gewesen sein, sicher bin ich nicht, nur zu etwa sagen wir mal 2:1, und die typische Katerausstattung schien zu fehlen. Falls es Katze war, wären es nunmehr wieder sechs Hörnchen. Alles Residenten, keine durchreisenden Gäste.
Man müsste die Tiere mal chippen - oder Namenswimpel an die Schwänze binden. Generell würde ich schon sagen, daß es der unmittelbar lokal ansässigen Population schon ganz gut geht hier, alles so im Umkreis von 300-400 Metern. Laut Studien kann die Größe solcher Territorien stark schwanken, abhängig von Bewaldungsart und Nahrungsdichte. Zwischen einem halben Hektar und 120 Hektar (BUND) scheint alles dabei zu sein.
Es gibt tatsächlich die Bestrebungen, Eichhörnchen zu chippen. Hintergrund ist aber, dass wir als Pflegestellen immer noch nicht wissen, wo wir am Besten auswildern. Wald scheidet mittlerweile schon aus, da gibt es zu wenig Nahrung. Urbanes, aber ländliches Gebiet rückt in den Vordergrund. Man arbeitet zusammen mit der Uni in Freiburg, allerdings ist das ein "Tierversuch" und muss entsprechend genehmigt werden, wird Jahre dauern.
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
Zitat von Marc im Beitrag #599Da zuckte heute vormittag doch tatsächlich ein fremder Schwärzling kurz durchs Revier...! Schwarz wie Kohle. Das gab es erst einmal, und das ist Jahre her. Das Tier hielt sich nicht lange auf. Es wanderte und guckte entlang der entfernten Garagendachseite. Die Nussbox hat er nicht entdeckt, er war ja nicht im Garten. Nach einer halben Minute war der Spuk vorbei. Keine Verwechslung von wegen nassem Fell oder so. Der war wirklich schwarz, schwärzer geht nicht, und ich hatte mein 9x63 auf ihn gerichtet, sah ihn groß und hell. Ich hoffe, das ist kein Startsignal für ein erneutes Anwachsen der Gästeliste wie letztes Jahr, und kein Zeichen, daß schon wieder Nahrungsnot herrscht und die Tiere auf der Futtersuche über ihre angestammten Territorien hinausgehen müssen.
... auch das eine Entwicklung, die sich hier "abzeichnet", die schwarzen Eichhörnchen, die es eigentlich nur in Süddeutschland/Bayern gab, werden hier immer mehr gesichtet. Hier findet offensichtlich eine Durchmischung statt, quasi, weil die durch ihre Fellfarbe - wenn nicht gerade Schnee liegt - einen Vorteil haben. Andererseits, unsere "roten" laufen auch als Leuchtboje im Schnee rum.
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
Zitat von Swiffy im Beitrag #604 Es gibt tatsächlich die Bestrebungen, Eichhörnchen zu chippen. Hintergrund ist aber, dass wir als Pflegestellen immer noch nicht wissen, wo wir am Besten auswildern. Wald scheidet mittlerweile schon aus, da gibt es zu wenig Nahrung. Urbanes, aber ländliches Gebiet rückt in den Vordergrund. Man arbeitet zusammen mit der Uni in Freiburg, allerdings ist das ein "Tierversuch" und muss entsprechend genehmigt werden, wird Jahre dauern.
Ich las mal irgendwo, und dieses Jahr, daß sich die Spezies inzwischen wie zu einem Kulturfolger entwickelt hat, obwohl sie das ursprünglich nicht war. Und daß bei uns Eichhörnchen, wie Du ja auch andeutest, inzwischen zwingend auf Hilfe und Zufütterung durch den Menschen angewiesen sind. Ich glaube tatsächlich, daß die Tiere im städtischen Raum gar nicht mal so übel dran sind - aber sogar hier muß zugefüttert werden. Viele andere Wildtiere fühlen sich ja auch sehr wohl in Dtädten: Zugvögel, exotische Vögel, Wildschweine, Füchse, Marder...
Daß die Monolkulturwälder und Fichternwälder aus den bekannten Gründen erneuert werden in den nächsten Jahrzehnten, ist ja schön und gut - raubt aber Eichhörnchen über Jahrzehnte hinweg die Nahrungsversorgung in solchen Gebieten, Zapfen sind nun mal eine ihrer wichtigsten Nahrungsquellen. Und es werden ja nicht alle Zapfenträger mit anderen Zapfenträgern ersetzt.
Alles in allem fürchte ich, daß die Tiere im Laufe dieses Jahrhunderts weitgehend aus Deutschland und Mitteleuropa verschwinden werden, wenn sie auch aus dem städtischen Raum vertrieben werden: aktiv, oder passiv durch Nicht-Unterstützung.
Da gebe ich dir absolut Recht und deshalb bin ich froh, dass ich da so ein bisschen den "Fuss" in der Tür habe und die neuesten Entwicklungen mitbekomme. Aber leider wiehert hier der Amtsschimmel - auch wenn ich da selbst arbeite - aber Gesetz ist Gesetz und dann dauert das Ewigkeiten und das nervt, leider täglich auch im Arbeitsleben.
"Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier"
Der Baum mit der Nussbar wurde vor Kurzem gestutzt, als Folge davon ragen jetzt viele etwa dickere Äste fast senkrecht in den Himmel und bieten ihre Sägestellen zum Ausruhen an. Heute saßen auf vier dieser exponierten winzigen "Throne" vier Eichhörnchen friedliche beieinander, und pellten ihre Nüsse. Sah aus wie vier Kerzen auf einem Kandelaber, zum Schießen!
Alle wie immer gesund und stark und wacker. Aber man merkt, daß die Erntezeit in der freien Natur definitiv vorbei ist, die Nussbar wird mehr und mehr wieder zum Mittelpunkt des hörnchenschen Soziallebens. Sehen und gesehen werden, jagen und gejagd werden, und oft auch nicht und statt dessen friedliches Beisammensein (erstaunlich und wohl dem Nahrungsüberfluss geschuldet), und vor allem: Abschleppen was geht! Sie fressen jetzt auch vermehrt wieder vor Ort, das war bis vor ein paar Wochen noch anders.
Die Kamera, schon die zweite, ist nicht mehr dicht, Nebel wie Regenwasser kriechen ins Innere und lassen das Objektiv beschlagen. Ich kann schemenhaft erkennen, daß da Tiere durchs Bild huschen, aber mehr auch nicht. Doof. Da ist wohl wieder eine neue fällig... Die wird bei Nebel aber auch von außen beschlagen.
Hast Du ein Bild von den vier auf den abgesägten Ästen sitzenden und Nüsse verspeisenden Eichhörnchen, das Du uns zeigen kannst? Ich bin sicher, das sah lustig aus. Daß Deine Kameras so schnell undicht werden, ist ja wirklich ärgerlich. Es sind ja schließlich Wildtierkameras, also speziell für den Außeneinsatz geeignet. Bringt eine Beschwerde da nichts?
Ja, wie gesagt, es sah aus wie ein Kerzenständer mit vier Hörnchen statt Kerzen.
Keine Bilder derzeit, weil Objektivschutz ständig beschlagen oder nass, und wir erwarten jetzt viel Regen, ich habe sie ganz reingeholt zur Zeit.
Die Garantiezeit ist längst abgelaufen. Ist eben immer dieser Chinaplastikmist. Wenn's 2 Jahre hält, hat man schon Glück gehabt. Die ganz wenigen westlichen Fabrikate kosten immer gleich das Mehrfache - und ob deren Linsen nicht beschlagen und bessr funkctionieren ist dann auch noch mal die frage. Ich meine - wenn's regnet, regnet's.
Ich bringe mein neues prima Fernglas gerade vermehrt zum Einsatz, das Ding ist sauhell und Spitze, 9x63.
Hast Du eine neue Kamera? Die Qualität der Fotos ist auf jeden Fall super, viel besser als meine. Was für eine ist das? Ich musste eine nach nur 6 Monaten auswechseln, weil die Batterien nur noch 2 Tage hielten. Das finde ich selbst für Chinakram sehr kurz. Softwareupdate etc. hat alles nichts gebracht.
Das ist die alte Kamera, ich habe ein "Dach" aus Panzerband für sie zusammengeklebt, das schützt Dichtungen und Objektiv ganz gut, zumindest Regen dringt nicht mehr so offensichtlich leicht ein.
Das ist eine Auflösung von 4K, das sind also in beiden Achsen doppelt soviel Pixel wie eine normale fullHD Auflösung. Ich verarbeite aber alle meine Videos, auch meine Fahrradtourenvideos, nur in full HD. Dann mache ich Ausschnittsvergrößerungen. Wenn die nur ein Viertel, einen Quadranten der 4K Auflösung ausmachen, sehe ich die Vergrößerung also wiederum in fullHD. Das erlaubt mir, "näher" ranzuzoomen, oder etwas Bewegung und Abwechslung in Videos reinzubringen durch Schwenks innerhalb des Bildes, selbst wenn die Kameraperspektive statisch war und sich nicht veränderte, richtig unscharf wird es nur, wenn ich noch näher reinzoome. Die letzten zwei oder drei Videos letztes Jahr sind so entstanden, davor waren alle Videos mit der alten Kamera nur in fullHD gefilmt, da war keine Reserve mehr in den Pixeln zum Reinzoomen, es wird dann sofort unscharf. Deshalb veränderte sich da auch nie die Kameraperspektive im Film, es war immer die gleiche Totale. Mit den zwei oder drei letzetn Vieos war viel mehr Abwechlsung im Spiel. Manchmal zoomte ich noch näher ran als auf einen Viertelquadranten der 4K Auflösung, dann erscheint das Bild etwas unschärfer.
Trotzdem, das sind Billigoptiken in diesen Kameras, kein Vergleich mit einer Spiegelreflex oder dergleichen. Aber meine Spiegelreflex ist eine alte Canon EOS 600 aus den 80er Jahren, also chemischer Analogfilm... Ich liebe die EOS 600 aber immer noch, sie liegt so saugut in der Hand und tat alles, was ich mir wünschen konnte, und alles einstellbar, ohne sie vom Auge nehmen zu müssen, trotz analog. Ich nutze sie nicht mehr, aber trennen will ich mich auch nicht, hat auch was damit zu tun, daß sie so ziemlich das erste wirklich teure Ding war, das ich mir von selbstverdientem geld gekauft habe... . Es gibt dafür ein 600mm Spiegel und ein 28-80mm und ein 75-300mm APO Zoom. Und ein 50mm für superhohe Lichtstärke 1.2 . Eine Digitalausrüstung anzuschaffen lohnt sich nicht mehr für mich, ich habe statt dessen eine GoPro 8 fürs Fahrrad. Superteil.
Also, für eine Wildlifecam ist die Fotofalle optisch okay, aber wirklich super ist die Bildqualität nun auch nicht. "Plastiklinsen", sozusagen. Um die 80 Euro, glaube ich, ich weiß nicht mehr.
Ich würde für solche Fallen nur Lithiumbatterien verwenden, gibt es auch im AA und AAA Format inzwischen, halten ewig, bei mir sind die im Videomodus 3-4 Monate und im Fotomodus 6+ Monate in Betrieb. Außerdem bauen sie bei drastischer Kälte kaum ab. Kauft die bloß nicht im Laden, Batterien kauft man nicht im Laden, das ist immer Abzocke. Nach größeren Gebinden im Internet spähen. Lithiumbatterien kann man 10 Jahre und länger lagern, ohne daß sie Ladung verlieren. Die Vorrteile relativieren den deutlich höheren Preis wieder. - Es hilft auhc, wenn die Kamera nicht 4 sondern 8 Batterien aufnimmt. Wenn Deine Kamera alle 2 Tage neue Batterien brauchte, da stimmt dann irgendwas nicht, vielleicht ist sie irgendwie falsch eingestellt, oder du stellst sie nicht in Bereitschaft. Wenn ich das vergesse, dann bleibt der kleine Monitor an, und dann sind auch bei mir die Batterien am nächsten Tag leer.
Das Hörnchenleben vor Ort zieht seine üblichen Bahnen.
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