Ja, Kira ist ein Prachtkerl, proper und stattlich, und auch recht groß, würde ich sagen. Sein Fell war schon immer tipptopp, nie ein Problem. Er war von Anfang an der Dominator hier im Viertel. Inzwischen ist er aber etwas ruhiger und souveräner, manches, was ihn früher auf Attacke schalten ließ, ist heute unter seiner Würde, darauf zu reagieren. Er und Taro sind die einzigen, die sich auch mal - sehr, sehr selten - an eine handgereichte Nuss trauten. Er erkennt mich auch, reagiert gelassener auf mich als auf andere "Störungen". Vertraut sind wir aber nicht. Schade. Käme er jedoch an und würde um Altersasyl bitten, würde ich es irgend wie um jeden Preis möglich machen, auch wenn es sehr schwierig wäre. Mir liegt was an ihm, und Taro. Fünf Jahre tun ein Übriges.
So, jetzt kann ich es offiziell bestätigen, heute war ein kurzer, besonderer Moment: fünf zerzauste, pitschnasse Eichhörnchen gleichzeitig im Blick. Eins auf dem Ansitzbrett an der Nussbox, zwei auf dem Rasen unseres Gartens, eines im Anlauf aus Nachbars Garten, und eines im Anlauf über die Garagendächer. Bestätigt sind somit (mindestens) fünf Eichhörnchen. Sicher bin ich mir mit Kira, und sehr wahrscheinlich sind dabei und ziemlich sicher bin ich mit Taro und Stummelchen, dann könnte da möglicherweise verdachtsweise noch Struwel (=Struppi) sein, aber das ist fast schon geraten, und ein Hörnchen, das ich nicht identifizieren kann. Katze habe ich nicht mehr gesehen, es sei denn, sie hat ihr Fell deutlich verdunkelt (sie sieht/sah Kira zum Verwechseln ähnlich, identische helle Unifellfarbe).
Warum sind die bloß immer besonders viel im Regen unterwegs? Sind richtige Wasserratten. Sie sehen dann wirklich hundserbärmlich aus... Und irgendwie zum Schießen... LOL
Apropos, keine Ratte in Sicht seit Monaten, und praktisch keine Mäuse. Alle 14 Tage vielleicht eine tote Maus in der Garage, und eine Maus nächtens im Bild der Photofalle alle paar Tage und dann auch nur ein-, zweimal. Keine wilden Mausparties mehr des nachts... Wenn ich da an das Massaker denke, das ich vor einigen Monaten veranstalten musste - 3-6 tote Mäuse jeden Tag, 2-3 Wochen lang bevor es anfing, nachzulassen... Mausefallen funktionieren, das steht mal fest. Mit Erdnussbutter. Bei Populationsdruck aber mehrere aufstellen. Sonst rücken mehr nach als man mit nur einer Falle aus dem Spiel nimmt.
Fünf Eichhörnchen, das ist einfach toll nach den Sorgen, die ich dieses Jahr hatte. Der Nusskonsum hat drastisch angezogen, es wird auch wieder vor Ort gefuttert und vesteckt, aber auch viel abgeschleppt. Die Garagenrennbahn kommt auch wieder in Mode.
Ich glaube das sind Taro und Stummelchen. Es kam NOCH NIE vor, daß Taro oder Kira auf Stummel losgegangen wären. Sie nehmen immer vorsichtig Rücksicht, und ziehen sich behutsam zurück. Das ist wirklich sehr auffällig. Auch dieses Mal gab es anscheinend keine Attacke, sagen die späteren Bilder. Taro wartete noch ein paar Sekunden, und drehte dann um. Und das ist bestimmt keine Angst, Kira und Taro sind beide größer, dominanter, stärker und erfahrener als Stummelchen. Es ist im weitesten Sinne so etwas wie Rücksicht, der Eindruck drängte sich von Anfang an stark auf. Da Taro und Kira beide Eichkater sind, ist das eigenartig, sie können ja nicht beide seine Eltern sein, nur einer. Aber wir früher geschildert war Stummelchen früher letztes Jahr ein Entwicklungsspätzünder und sehr, sehr tolpatschig und unbeholfen, auch heute ist er sehr gemütlich unterwegs, auch wenn er sich gemacht hat und offensichtlich seinen Weg gefunden hat. Für seine Nüsse braucht er immer noch dreimal so lange wie die anderen... Vielleicht ist aus irgendeinem Grund der Welpenschutz "persistiert".
Wenn Taro an die Box kommt und jemand anderes ist da, bleibt er in der Nähe, macht seine Präsenz klar, läßt dem anderen aber Zeit, sich mehr oder weniger gemächlich zurückzuziehen. Er ist "streitfähig", aber nicht streitlustig, überhaupt nicht. Leben und leben lassen, wenns nicht zu lange dauert. Nur sehr selten sah ich ihn offensiv werden, vielleicht wenn er sehr hungrig war. Kira hingegen legte früher sofort die Öhrchen an, dann gab es einen letzten warnenden Blick, und wenn der andere spätestens dann nicht vom Baum war, schoß er auch schon los wie ein Photonentorpedo. Inzwischen ist aber auch er etwas duldsamer und souveräner geworden, aber er läßt sich nach wie vor von niemandem was vorschreiben. Andere scheinen ihn auch nicht herauszufordern. Ich sage nicht umsonst, daß er der König hier ist.
Also, Taro ist da, und es geht ihm definitiv gut, heute hat er einen Rekord aufgestellt im Es-sich-gut-gehen-lassen. Es fiel mit gegen Mittag auf, daß er da war, und mampfte, und ich weiß nicht wie lange er da schon da saß. Und wie er zulangte! Ich sah ihm zu, wie er in schneller Folge drei Nüsse knackte, dann nahm er erst mal ein Trunk, dann ging es weiter, weitere vier Nüsse wurden verspachtelt, da musste natürlich von der Rutschhilfe getrunken werden, und weiter ging's, weitere vier Nüsse mussten dran glauben, schnell und routinert "eliminiert". Logisch, das geht nicht, ohne wieder was zu saufen. Danach wurde erst mal der (zurückgestutzte) Baum genauer begutachtet und die Sägestellen ausgiebig beschnüffelt. Schnüffeln ist anstrengend, Taro bedurfte nach der Mühe der Kräftigung und fing auch prompt an, wieder zu fressen, und in schneller Folge gingen dieses Mal sogar fünf Nüsse den Weg des Unabänderlichen. Und das macht durstig! Dann machte er sich zufrieden davon, mit einer ganz besonders großen Walnuß im Maul, und gemessenen Schrittes. Sechzehn Nüsse, und eine für auf den Weg. Donnerwetter!
Gut, es sind kleine Haselnüsse, aber trotzdem, das war schon obszön, was er da verdrückte. Und das zwar zielstrebig, aber gleichzeitig "souverän", ohne Hast, und dann so ein großes, stattliches Tier, also, es war überaus beeindruckend ihm zuzusehen, das hat einfach nur Spaß gemacht, weshgalb ich auch dabei blieb. Er wirkt sehr stark, kräftig und kerngesund, keine Macken im Fell, ich bin sehr zuversichtlich daß er auch diesen Winter meistern wird, das Alter macht ihm noch keine sichtbaren Probleme. Er fraß auch nicht hastig, nur "zielstrebig", ich glaube nicht, daß er ausgehungert war. Auch bei Kira bin ich in dieser Hinsicht sehr zuversichtlich, er wird auch diesen Winter überstehen.
Normalerweise fressen sie nur zwei, drei, vier, bestens fünf Nüsse, bevor sie verschwinden.
Taro's "Narbe" ist übrigens fast unsichtbar geworden, das Winterfelf wird ein Übriges tun. Das Scarface hat als zuverlässiges Erkennungsmerkmal ausgedient. Hat aber auch lange gedauert, fast ein Jahr. Der Frühlingsfellwechsel machte noch keinen großen Unterchied, aber die Unterwolle jetzt im Winterwechsel wohl schon.
Was mir auch auffällt: daß die Tiere sicht far nie kratzen, was ein Hinweis ist, daß sie nicht oder nur sehrgering von Flöhen und ähnichen Lästlingen geplagt werden. Ich könnte mir denken, daß auch der gute Ernährungszustand ihre Widerstandskraft auf hohem Niveau hält. Und natürlich daß sie gute Unterkünfte haben und auch mehrere, um sie zu wechseln.
Ich hoffe ich sehe nicht im tiefen Winter eine explosive Zunahme von Gasthörnchen wie letztes Jahr. Denn jene bewerte ich als notleidende Tiere aus entfernteren Revieren, die die Not dazu zwang, ihre Winterruhe zu reduzieren und löngere Strecken zur Nahrungsbeschaffung in Kauf zu nehmen, weil sie keine Voräöte anlegen konnten, weil es nichts gab oder pedantische Supergärtner sie penibel alle zerstört hatten.
Ja, und heute war ein Tier mit sehr hellem Fell (wennauch mit Wintergrau darin) da, mit einem dunklen Stups auf der Nase und schlankem Kopf, das könnte vielleicht tatsächlich Katze gewesen sein, sicher bin ich nicht, nur zu etwa sagen wir mal 2:1, und die typische Katerausstattung schien zu fehlen. Falls es Katze war, wären es nunmehr wieder sechs Hörnchen. Alles Residenten, keine durchreisenden Gäste.
Man müsste die Tiere mal chippen - oder Namenswimpel an die Schwänze binden. Generell würde ich schon sagen, daß es der unmittelbar lokal ansässigen Population schon ganz gut geht hier, alles so im Umkreis von 300-400 Metern. Laut Studien kann die Größe solcher Territorien stark schwanken, abhängig von Bewaldungsart und Nahrungsdichte. Zwischen einem halben Hektar und 120 Hektar (BUND) scheint alles dabei zu sein.
Ich glaube, ich werde die Haselnüsse bei der nächsten Bestellung wechseln, heute waren wieder zwei Vielfrasse da, die gar nicht aufhörten, nachzulangen, beide frassen zweistellige Nusszahlen. Die sind einfach irre klein dieses Mal, es lohnt sich kaum, sie zu vergraben, ist viel zu viel Mühe für viel zu wenig Vorratseffekt, und nur daß sie so winzig sind kann erklären, warum ein Eichhörnchen überhaupt 12-16 Nüsse verdrücken kann in einem Rutsch. Aber derzeit werden die Hasel nun einmal zum vor-Ort-Fressen den Walnüssen vorgezogen. Das ändert sich nämlich, in mehrwöchigen Phasen. Und alle Tiere, die hier rumturnen, sind so irre mucker, also vom Ansehen her strotzen die vor Kraft und Gesundheit, das ist eine Freude zu sehen. Na ja, das Viel-nagen-müssen hält ihre Zähne kurz, auch was Gutes.
Sind die Nüsse zu klein, werden sie gleich vor Ort verdrückt . Da soll noch mal einer sagen Eichhörnchen sind doof, sind sie mit Sicherheit nicht.
Ich habe meinen mal ein paar Kilo erntefrische Haselnüsse von Martls Haselnussshop spendiert, die gehen hier gerade weg, wie warme Semmeln. Die Nüsse sind kleiner und die Schale scheint auch dünner zu sein als bei meinen Supermarktnüssen. Einmal reingebissen, zack geknackt. Habe gerade ordentlich zu tun, mit Schalen wegräumen .
Ja, aber sechzehn Nüsse zu verdrücken geht wohl nur wenn die meisten davon kleiner als Erbensgröße sind. Die Nüsse hören sich auch an wie Würfelbecher.
Da zuckte heute vormittag doch tatsächlich ein fremder Schwärzling kurz durchs Revier...! Schwarz wie Kohle. Das gab es erst einmal, und das ist Jahre her. Das Tier hielt sich nicht lange auf. Es wanderte und guckte entlang der entfernten Garagendachseite. Die Nussbox hat er nicht entdeckt, er war ja nicht im Garten. Nach einer halben Minute war der Spuk vorbei. Keine Verwechslung von wegen nassem Fell oder so. Der war wirklich schwarz, schwärzer geht nicht, und ich hatte mein 9x63 auf ihn gerichtet, sah ihn groß und hell. Ich hoffe, das ist kein Startsignal für ein erneutes Anwachsen der Gästeliste wie letztes Jahr, und kein Zeichen, daß schon wieder Nahrungsnot herrscht und die Tiere auf der Futtersuche über ihre angestammten Territorien hinausgehen müssen.
Ich traue mich mal und habe die zweite Nussbox wieder aufgehängt. An einer anderen Stelle, mit viel glattem Stamm ohne Querästchen, da sollte nur ein Eichhörnchen drankommen können. Auch die Wasserstelle hängt ja seit der Ratte an einer nur schwer zugänglichen Stelle. Nur die Meisenknödelhalter als Nussnack-Bars bleiben weg, für immer. Schade, um die letzte Nuss da raus zu friemeln mussten die lieben Kleinen ganz schön rumkaspern, da gab es oft was zu lachen....
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